Die Formel
LIX = Wörter / Sätze + (lange Wörter × 100) / Wörter
Also die durchschnittliche Satzlänge plus der Prozentanteil langer Wörter. Als lang gilt ein Wort mit mehr als sechs Buchstaben, also ab sieben. Carl-Hugo Björnsson hat die Formel 1968 in Schweden an 162 Texten geprüft – Schulbüchern, Belletristik und Fachliteratur.
Wie hier gezählt wird
- Wörter: zusammenhängende Buchstaben- und Ziffernfolgen. Bindestrich-Komposita zählen als ein Wort, «Schul-» in «Schul- und Hausaufgaben» zählt als eigenes Wort.
- Sätze: getrennt an Punkt, Ausrufe-, Fragezeichen und Doppelpunkt – der Doppelpunkt gehört zu Björnssons Originaldefinition. Nicht getrennt wird bei gängigen Abkürzungen (z.B., d.h., ca., Dr.), bei Ordnungszahlen wie «am 3. Mai» und wenn ein Kleinbuchstabe folgt.
- Lange Wörter: mehr als sechs Buchstaben, Bindestriche zählen nicht mit.
- RIX: lange Wörter pro Satz, die Variante von Jonathan Anderson. Reagiert bei kurzen Texten ruhiger als der LIX.
Was der Wert nicht kann
Der LIX misst Oberfläche, nicht Verständlichkeit. Ein Text aus kurzen Sätzen und kurzen Wörtern kann inhaltlich völlig unzugänglich sein, und ein langer Satz kann glasklar gebaut sein. Wortschatz, Vorwissen, Bildbezug und Aufbau erfasst die Formel nicht.
Dazu kommt eine Eigenheit des Deutschen: Durch die Komposita hat Deutsch systematisch mehr «lange» Wörter als Schwedisch, wofür die Skala gemacht wurde. Deutsche Texte landen bei gleichem Verständnisniveau eher drei bis fünf Punkte höher. Lies die Zonen also als Richtung, nicht als Urteil.
Am meisten bringt der Wert im Vergleich: dieselbe Aufgabe vor und nach dem Vereinfachen, oder zwei Fassungen nebeneinander.
Daten
Alles rechnet im Browser. Der Text wird nirgends gespeichert und nirgends hingeschickt. Die Datei funktioniert ohne Internetverbindung – speichern und lokal öffnen genügt.